Von den weltberühmten Goudaer Glasfenstern in der St.-Johannes-Kirche bis hin zu historischen Museen, Kunstgalerien und handwerklichen Traditionen: In Gouda spaziert man quer durch die Vergangenheit, vom Mittelalter bis zur Gegenwart. Gleichzeitig sprüht die Stadt vor Kreativität und Geselligkeit – ganz im Zeichen von Käse und Stroopwafels. Gerade diese Kombination aus Geschichte, Kunst, Kultur und einer lebendigen Atmosphäre macht Gouda zu einem besonderen Ziel für einen kulturellen Städtetrip. Ich nehme dich mit! 

Wer durch Gouda schlendert, merkt schnell, dass die Stadt mehr zu bieten hat als nur Käse und die übrigens köstlichen Stroopwafels (die man bei Kamphuisen Siroopwafelfabriek, Berg’s Bakery und an der Stroopwafelmuur von Markus kaufen kann)! Hinter den historischen Fassaden, den Grachten und Gassen entfaltet sich eine Stadt voller Geschichten, Kunst und jahrhundertealter Handwerkskunst. Gouda wirkt intim und lebendig; ein Ort, an dem die Vergangenheit nicht in Vergessenheit geraten ist, sondern nach wie vor sichtbar und spürbar präsent ist. Bei meinem Spaziergang durch die Innenstadt entdecke ich, wie Geschichte, Kultur und Kreativität hier zusammenkommen.

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Der Markt und das alte Rathaus
Der Morgen beginnt auf dem Markt, dem pulsierenden Herzen der Stadt. Das gotische Rathaus, das derzeit restauriert und saniert wird, um 2027 wiedereröffnet zu werden, sieht aus, als stamme es direkt aus einem Bilderbuch. An der rechten Seitenfassade sieht man das Glockenspiel mit mechanischen Figuren. Hauptdarsteller des Puppenspiels ist Floris V., der Gouda im Jahr 1272 die Stadtrechte verlieh. Alle zwei Minuten zur halben und zur vollen Stunde wird man mit einem wunderschönen Schauspiel verwöhnt. 
Rund um den Platz füllen sich die Terrassen mit Kaffeetrinkern und Tagesausflüglern, während die Glocken über der Stadt läuten. Nach einer Pause in der Cantina van Jongkind, versteckt in einem historischen Innenhof aus dem Jahr 1702, bei einem Kaffee aus selbstgerösteten Bohnen spaziere ich in Richtung der Sint-Janskerk, einem der beeindruckendsten Orte in Gouda. Mit 123 Metern ist sie die längste Kirche der Niederlande. Im Inneren fällt vor allem das Sonnenlicht auf, das durch die bemalten Goudse Gläser hereinströmt und für einen fast magischen Schimmer sorgt.

St.-Johannes-Kirche
Die Fenster erzählen Geschichten aus der Bibel und aus der niederländischen Geschichte. Der größte Teil stammt aus dem 16. Jahrhundert und wurde von berühmten Glasmalern entworfen, darunter die Brüder Crabeth aus Gouda. Von ihnen sind etwa zwanzig Fenster in der Kirche zu sehen. Während ich an den Fenstern entlanggehe, entdecke ich Könige, Kriege, Symbolik und religiöse Szenen, die schon vor Jahrhunderten Eindruck auf die Besucher machten. Das jüngste Glas ist das Erasmus-Glas, das 2016 vom Künstler Marc Mulders geschaffen wurde. 

In Ihrer Eintrittskarte für die Kirche ist eine kostenlose, etwa 40-minütige Audioführung enthalten. Sie erfahren die Geschichten hinter den Glasvitrinen und interessante Fakten über die Kirche. Die Kirche ist Teil des „Größten Museums der Niederlande“. Besonders toll ist übrigens die Kinderführung! Junge Entdecker begeben sich auf die Suche nach sechs geheimnisvollen Kisten, die mit spannenden Aufgaben gefüllt sind und einen überraschenden Einblick in die Kirche bieten. Die Kinderführung ist im Besuch der Kirche inbegriffen, bis zum Alter von 17 Jahren ist der Eintritt kostenlos. 

Mehr über die St.-Johannes-Kirche

Museum Gouda
Nach dem Besuch der St.-Johannes-Kirche mache ich einen kurzen Spaziergang durch die Nachbarschaft, vorbei an stimmungsvollen Grachtenhäusern, versteckten Innenhöfen und Schaufenstern mit Design, Keramik und Kunst. Ich mache einen kurzen Halt am Museumshafen Gouda, an den Straßen Bogen, Vest, Buurtje und Turfsingel. Es ist sehr schön, die besondereSammlunghistorischer Arbeitsschiffe zu sehen und noch kurz einen Kaffee im Museumshafencafé IJsselhuis mit der schönsten Aussicht auf Gouda zu genießen. In diesem historischen Schifferlokal gibt es zum Mittag- und Abendessen eine Speisekarte mit frischen, regionalen Zutaten und vielen (in Vergessenheit geratenen) saisonalen Produkten. Lecker!

Ja, Gouda hat etwas überraschend Kreatives an sich. Man spürt, dass sich Künstler und Kunstschaffende hier zu Hause fühlen. Das zeigt sich im Museum Gouda, das im wunderschönen, aus dem 15. Jahrhundert stammenden ehemaligen Catharina-Armenhaus untergebracht ist. Einst wurden hier Kranke und Arme versorgt; heute bilden die Säle den Rahmen für Kunst und Stadtgeschichte. Im Inneren entdeckt man die Sammlung von Altarbildern und den Goudaer Keramiksaal mit der berühmten Goudaer Keramik und Malerei. 

Auch das interaktive Stadtmodell von Gouda aus dem Jahr 1562 zieht die Aufmerksamkeit auf sich. Man hat das Gefühl, für einen Moment in die Vergangenheit zu reisen und einen Blick auf das Gouda von vor Jahrhunderten zu werfen. Tipp! Während des Goudaer Käsemarkts können Sie das Modell mit einem Führer besichtigen und erhalten dazu interessante Geschichten. 

Was das Museum Gouda so besonders macht, ist die Mischung aus Kunst alter Meister, persönlichen Geschichten und originellen Ausstellungen. So gibt es beispielsweise den Salon Arntzenius mit stimmungsvollen Landschaften und Porträts niederländischer und französischer Meister, die einen ins 19. Jahrhundert entführen. Aktuelle, wechselnde Ausstellungen sorgen für einen frischen Blick auf Kunst und Zeitgeschehen. Verpassen Sie auch nicht das Museumcafé Gouda und die köstlichen High-Tea-Angebote – im Sommer können Sie diese im von Mauern umgebenen Museumsgarten genießen, umgeben von Geschichte.

Mehr über das Museum Gouda

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Mittagessen in Gouda der Extraklasse
Zeit für ein Mittagessen am Wasser im „Unique“ in der Kleischuur – Fine Dining auf hohem Niveau, zu Recht eine kulinarische Reise durch die Aromen von Gouda. In diesem denkmalgeschützten Gebäude aus der Zeit um 1900 wurde früher der weiße Ton für die weltberühmte Goudaer Keramik gelagert. Anschließend spaziere ich zurück in Richtung Marktplatz und zur Goudse Waag. Dieses denkmalgeschützte Gebäude aus dem Jahr 1668, entworfen vom Architekten Pieter Post, spielte jahrhundertelang eine wichtige Rolle im Handelsleben der Stadt. Hier wurden Waren gewogen, um Steuern zu erheben, und später wurden hier Käse gewogen, bevor sie gehandelt wurden. Noch immer zeugen die originalen Waagen und das Fassadenrelief von dieser reichen Geschichte.

Mittagessen in Gouda – Tipps!

Die Waag von Gouda
Heute beherbergt das Gebäude das Museum „De Goudse Waag“, in dem die Geschichte von „Made in Gouda“ im Mittelpunkt steht. Bei einer Audioführung erfahre ich, warum sich Gouda im 15. und 16. Jahrhundert zu einer der wichtigsten Handelsstädte der Niederlande entwickelte. Nicht nur Käse machte Gouda berühmt, auch Bier, Kerzen, Stroopwafels, Keramik und Tonpfeifen fanden von hier aus ihren Weg durch ganz Europa. Das Museum lässt diese Geschichte auf anschauliche Weise lebendig werden. Man erfährt, wie Handwerkskünste über Generationen hinweg weitergegeben wurden und warum Gouda bis heute weltweit für Handwerkskunst und Qualität bekannt ist.

Das Schöne an Gouda ist die handwerkliche Atmosphäre, die hier noch überall spürbar ist. In den Geschäften duftet es nach frischen Stroopwafels, in Spezialgeschäften liegen lokale Käsesorten auf Holzbrettern, und in Ateliers arbeiten Künstler an modernen Interpretationen jahrhundertealter Techniken. Oder wie wäre es mit kleinen Chocolaterien, in denen die Hersteller Pralinen von Hand füllen und Schokoladentafeln sorgfältig zusammenstellen? So zeigtdas Chocoladeatelier PUURin der Naaierstraat, dass Kakao aus fernen Ländern und lokale Handwerkskunst ein gutes Duo bilden.  

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Kunst in den Galerien von Gouda
Apropos Kunst – wer Galerien liebt, kommt in Gouda voll auf seine Kosten. Im Kunst-Walhalla Unit4Art entdeckst du moderne Kunst von nationalen und internationalen Künstlern in Räumen voller Fotografie, Malerei und Mixed-Media-Kunst. Die Galerie Montulet zeigt zeitgenössische realistische Kunst in einem denkmalgeschützten Gebäude an der Hoge Gouwe, und Domo Eclectica ist ein einladender Ort, an dem Kunst, Workshops und Begegnungen zusammenkommen. Auch die Galerie Honingen und die Galerie de Hollandsche Maagd sind empfehlenswerte Adressen für alle, die zeitgenössische Kunst, Skulpturen und besondere Ausstellungen lieben. In dem denkmalgeschützten Gebäude von „De Firma Kunstcentrum“ gegenüber der Sint-Janskerk spürt man, dass Gouda nach wie vor eine kreative Brutstätte für Künstler und Kunstschaffende ist. Und wenn man Glück hat, sieht man vielleicht Arie Bouters oder Trudy Otterspeer in ihrem Atelier bei der Arbeit.

Galerien und Kunst in Gouda

Terrasse in Gouda genießen
Am späten Nachmittag mache ich es mir auf einer Terrasse am Markt gemütlich und nutze diese Liste mit Terrassentipps. Das Restaurant Brunel, in dem man stilvoll bei denhistorischen „Visbanken“speist, erweist sich als Volltreffer. Die Speisekarte ist abwechslungsreich mit frischen, saisonalen Gerichten im klassisch-modernen Stil, und die Weinkarte ist in bester Form. Während die Sonne langsam hinter den Fassaden versinkt, wird mir bewusst, wie vielseitig Gouda ist. Es ist eine Stadt, in der man immer wieder umherirren, schauen und entdecken kann. Ein Ort, an dem mittelalterliche Gassen zu modernen Galerien führen, an dem jahrhundertealtes Glas funkelt, man in versteckten Innenhöfen die lokale Handwerkskunst spürt und hinter jeder Fassade eine neue Geschichte entsteht. 

Weiter zu „Übernachten in Gouda“ und „Essen gehen in Gouda“.

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Informationen

Veröffentlicht am 25 Juni 2026