Das historische Gouda: 14 bedeutende Denkmäler
Gouda ist ein wahres Geschichtsjuwel. Geschichte, die man auch heute noch genießen kann. 14 Tipps, um in die Vergangenheit von Gouda einzutauchen, und Geschichten, die Sie durch die mittelalterlichen Gassen von einst schlendern lassen. Eine Liste prägender Sehenswürdigkeiten. Von charakteristischen Innenhöfen, Kirchen und weltberühmten Schleusen bis hin zu lebendigem Kulturerbe mit neuer Funktion.
St.-Johannes-Kirche
Wenn Mauern sprechen könnten, würden sich die Geschichten in der St .-Johannes-Kirche nur so überschlagen. Die Kreuzkirche aus dem Jahr 1278 wurde mehrfach umgebaut und ist mit 123 Metern die längste Kirche der Niederlande. Die 72 Buntglasfenster der Brüder Crabeth, bekannt als die „Goudse Glazen“, sind weltweit einzigartig. Die Fenster erzählen biblische und historische Geschichten, und nicht weniger als 61 davon wurden zwischen 1530 und 1601 angefertigt. Sie überstanden sogar zwei Bilderstürme. Die ursprünglichen Entwurfszeichnungen – die „Canons“ – sind erhalten geblieben und werden in einem Klimasafe aufbewahrt. Aneinandergereiht sind die Canons über zwei Kilometer lang, was ihnen einen Eintrag im Guinness-Buch der Rekorde einbringt. Eine im Eintrittspreis enthaltene Audioführung enthüllt die verborgenen Schätze. Außerdem gibt es eine Kinderführung, und die Kirche verfügt über eine Akustik, die keine Wünsche offen lässt. Ein Konzert in der St.-Johannes-Kirche ist daher ein absolutes Muss.
Das alte Rathaus von Gouda
Das alte Rathaus von Gouda ist zweifellos das meistfotografierte Denkmal der Stadt. Die charakteristischen roten Fensterläden, die Natursteinfassade, das Glockenspiel, die Statuen bedeutender Persönlichkeiten aus der Geschichte Goudas und das Glockenspiel sind echte Blickfänge. Im Sommer 1438 wurde das Rathaus durch einen Stadtbrand schwer beschädigt. Im Jahr 1448 wurde es im spätgotischen Stil wieder aufgebaut. Die Innenausstattung stammt aus dem 17. und 18. Jahrhundert, und der 400 Jahre alte Wandteppich im Trausaal ist von großer Schönheit. Bis zum Sommer 2027 bleibt das Rathaus wegen Umbauarbeiten geschlossen. Danach wird es in seiner ganzen Pracht wieder für die Öffentlichkeit und für alle, die an einem historischen Ort heiraten möchten, geöffnet sein.
Die Goudaer Waag
Die Goudaer Waag auf dem Marktplatz ist ein prägendes, unter Denkmalschutz stehendes Gebäude aus dem Jahr 1668, das vom Baumeister Pieter Post entworfen wurde, der auch Huis ten Bosch in Den Haag und die Waag in Leiden entworfen hat. Vor vielen Jahren wurden in diesem Gebäude alle Waren mit einem Gewicht von mehr als 10 Pfund gewogen, um darauf Steuern zu erheben. Das große Relief an der Fassade erinnert daran, und die originalen Waagen können im Inneren bewundert werden. Heute ist es ein Museum über die Handelsgeschichte von Gouda und die „Made in Gouda“-Produkte wie Käse, den man dort auch kaufen kann. Mit dem Audioguide erfährst du mehr über die Geschichte, beispielsweise die Geschichte hinter dem Spruch „Niet te hoogh niet te laeg, van passe“, der an der Fassade der Foodbar de Zalm steht. Das Gebäude durfte beim Wiederaufbau nicht höher als die Waag sein, da es ein Prestigeobjekt der damaligen Stadtverwaltung war. Die besten Tipps für Gouda erhältst du beim VVV Gouda im Erdgeschoss!
Museum Gouda & das Catharina-Gasthaus
Die Kunstschätze des Museums Gouda sind seit 1947 im Catharina-Gasthaus aus dem 15. Jahrhundert untergebracht. Einst diente dieses Gebäude als Anlaufstelle für Reisende, Kranke und Arme. In diesem schönsten Teil von Gouda fühlt man sich für einen Moment ins Mittelalter zurückversetzt. Vor allem, wenn man unter dem wunderschönen Lazarus-Tor hindurchgeht und im schönen Museumsgarten steht. Im Museum wird die Stadtgeschichte lebendig – mit Altarbildern, einer ständigen Sammlung von Goudaer Keramik im Keramik-Dachgeschoss und einem interaktiven Stadtmodell, das Gouda im Jahr 1568 zeigt. Darüber hinaus gibt es aktuelle, vielbeachtete Ausstellungen.
Agnietenkapelle
DieAgnietenkapelle am Nieuwe Markt ist eine mittelalterliche Kapelle. Was heute noch zu sehen ist, sind die Überreste des St.-Agnieten-Klosters aus dem Jahr 1450, eines Frauenklosters. Damals diente es als Werkstatt für die Teppichweber; Reste der Färbebäder sind heute im Pflaster zu erkennen. Auch die Pfandleihe nutzte das denkmalgeschützte Gebäude zwischen 1650 und 1924. Heutzutage hat die Kapelle eine kulturelle Funktion und man kann dort unter anderem Konzerte besuchen.
Fischmärkte „
“ – Fisch hat seinen Preis! Bereits im 15. Jahrhundert gab es in Gouda einen Fischmarkt, auf dem der gefangene Fisch gehandelt wurde. Der Fischmarkt an der „Lage Gouwe“ war für die Goudser Fischhändler bestimmt, während der an der „Hoge Gouwe“ für Händler von außerhalb der Stadt gedacht war und auch als „Vreemden Vismarkt“ (Fischmarkt für Fremde) bezeichnet wurde. Die heutigen Fischmärkte stammen aus dem Jahr 1588 und sind ein historischer Ort, an dem das Restaurant Brunel und das Lokal Kamphuisen ihre Terrassen haben. Das dazugehörige Brückenwärterhäuschen aus dem 18. Jahrhundert (auch „Kommissarhäuschen“ genannt), das ursprünglich für Fischprüfer bestimmt war, wurde in einen Ausstellungsort des Kunstzentrums „De Firma Gouda“ umgewandelt.
Donkere Sluis (in der Nähe der Visbanken)
Die Donkere Sluis ist eine der ältesten Schleusen der Niederlande, die um 1250 entstand, und ein Denkmal der Wasserbaukunst. Nach dem Bau einer zweiten Schleuse, des „Amsterdams Verlaat“, und der „Havensluis“ an der Hollandsche IJssel entstand damals die längste Schleusenkammer der Welt. Mit einer Länge von fast 800 Metern ist sie nach wie vor von entscheidender Bedeutung für die Binnenschifffahrt zwischen Amsterdam und Rotterdam. Seit 1954 steht sie unter Denkmalschutz als Wasserbauwerk.
Das Metaheerhuis in Gouda
Im Jahr 1899 wurde hinter dem jüdischen Altenheim am Oosthaven ein Metaheerhuis errichtet. Dieses unter Denkmalschutz stehende Gebäude mit gelbem Mauerwerk diente als Ort, an dem Verstorbene vor ihrer Beerdigung gewaschen und gereinigt wurden. Heute ist es eine Gedenkstätte für die im Zweiten Weltkrieg ermordeten Juden aus Gouda. Die Stiftung „Metaheerhuis“ pflegt das Haus, empfängt Besucher, verlegt Stolpersteine und organisiert Rundgänge.
Gouwekerk
Der offizielle Name lautet Sint-Jozefkerk, doch aufgrund ihrer Lage an der Hoge Gouwe erhielt diese aus roten Ziegeln erbaute Kirche den NamenGouwekerk. Der 80 Meter hohe Turm ist ein markanter Blickfang in der Stadt. 1972 wurde die letzte Messe gefeiert, und 2024 erhielt das Gebäude nach einem Umbau eine multifunktionale Nutzung. Heute ist es ein lebendiger Ort für Konzerte, Veranstaltungen, Gottesdienste, Versammlungen und Ausstellungen.
Hofje Willem Vroesenhuis
Sobald man das Seitentor an der Spieringstraat zum Hofje Willem Vroesenhuis öffnet, wähnt man sich in einer anderen Zeit. In dem aus dem Jahr 1555 stammenden Hof steht das Willem-Vroesenhuis, damals ein Altenheim für arme, alte Männer, gegründet von Willem Willemszoon Vroesen. Um dort wohnen zu dürfen, musste man Bürger der Stadt sein, unverheiratet, nicht älter als 50 Jahre, von gutem Ruf, schuldenfrei und durfte kein Streitsüchtiger sein. Erst 1977 verließ der letzte Bewohner das denkmalgeschützte Gebäude. Einige Jahre später wurde der Komplex in achtzehn Wohneinheiten aufgeteilt. Es ist im Rahmen einer Führung, bei geöffneter Tür oder während der Tage der offenen Denkmäler zugänglich.
Hofje van Cinq
Das Hofje van Cincq ist ein staatlich geschütztes Denkmal aus dem Jahr 1700, das von Cornelis Cincq als „Hofje van Barmhartigheid“ (Barmherzigkeitshof) gegründet wurde. Mit seinem Nachlass wollte er armen älteren Menschen eine Unterkunft bieten. Dies führte zum Bau von zwölf Wohnungen, über deren Eingangstor sich der Regentenraum befindet. Es ist vollständig erhalten geblieben und wird heute von Privatpersonen bewohnt.
Die Vier Gekrönten
Machen Sie einen kurzen Halt bei Hausnummer 6 in der Naaierstraat, um das wunderschöne, spätgotische Haus mit den „Vier Gekrönten“ zu bewundern, einem reich verzierten sogenannten Fassadenfries. Er zeugt von der Kunst der Maurer und Steinmetze und ist eine Hommage an„Die Vier Gekrönten“, vier Märtyrer aus dem 4. Jahrhundert, die sich weigerten, ein Götzenbild für Kaiser Diokletian zu errichten. Dafür mussten sie mit dem Tod bezahlen und wurden in Bleikisten in einen Fluss geworfen. So wurden sie zu Schutzheiligen der Bauarbeiter.
Jerusalemkapelle
Im historischen Zentrum von Gouda steht die Jerusalemkapelle, ein Denkmal, dessen Geschichte bis ins Jahr 1500 zurückreicht. Diese zwölfseitige Kapelle, die der Grabeskirche in Jerusalem nachempfunden ist, wurde vom Goudaer Pilger Gijsbert Willemsz Raet als Erinnerung an seine Reise ins Heilige Land erbaut. Im Laufe der Jahrhunderte diente die Kapelle als Gebetsstätte und Treffpunkt für Kunst, Musik und Kultur. Heute ist dieses staatlich denkmalgeschützte Bauwerk ein Ort für Ausstellungen und Tagungen, und über das „Relais & Châteaux Weeshuis Gouda“ können dort auch Hochzeiten gefeiert werden.
Remonstrant-Türchen & Baumkathedrale Gouda
Ein ruhiger Ort am Remonstrant-Türchen in der Keizerstraat. Dieser Innenhof in Gouda ist das einzige Überbleibsel der Remonstrantenkirche, die hier bis in die 1980er Jahre stand. Es ist ein abgeschlossener, grüner Raum, der als Baumkathedrale fungiert und die reiche Geschichte der Freidenker in Gouda widerspiegelt. Im Frühling und Sommer ein schöner Ort zum Fotografieren.
Machen Sie einen Spaziergang durch die Geschichte von Gouda
Entdecken Sie Gouda mit der Goudse Gidsen Gilde und reservieren Sie sich einen Platz für einen Einsteiger-Spaziergang. Zum Beispiel den „Historisch Gouda“-Spaziergang während des Käsemarkts an den Donnerstagen zwischen April und September. Oder kaufen Sie beim VVV Gouda das von den Stadtführern verfasste Büchlein „Op pad in historisch Gouda“ mit allen Lieblingsorten der Stadtführer. Eine weitere Möglichkeit ist es, mit dem Buch „De 25 Steegjeswandeling“ in der Hand durch die Gassen von Gouda zu schlendern. Die Gassen verweisen auf Berufe von damals, wie Messerschmiede (Messenmakersteeg), Gerber (Leerlooierspoort) und Fischverkäuferinnen (Vissteeg). Zum Gassenrundgang ist beim VVV Gouda auch ein Reiseführer erhältlich.
Abschließend findest du auf ExploreGouda.nl interessante, historische Themenwanderungen.
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