Das Gouds Pianofestival war ein voller Erfolg
Das Pianofestival Gouda kann auf eine äußerst erfolgreiche zweite Ausgabe zurückblicken. Das Festivalkonzept, ein abwechslungsreiches Konzertangebot und ein umfangreicher pädagogischer Teil, hat sich bewährt. Ob alt oder jung, Pianist oder Nicht-Pianist: Für jeden gab es viel zu genießen und zu lernen. Nahezu jede Veranstaltung war ausgebucht oder ausverkauft.
Der Höhepunkt des Festivals war das Konzert von Enrico Pace, der die Besucher am Samstagabend in der Agnietenkapelle mit seinem großartigen Klavierspiel begeisterte. Der italienische Pianist spielte Werke von Schönberg, Schubert, Brahms und Liszt. Pace ist ein international gefeierter Pianist und gewann 1989 den renommierten Internationalen Franz-Liszt-Klavierwettbewerb in Utrecht, was seinen internationalen Durchbruch bedeutete.
Rossini-
Große Begeisterung herrschte am Donnerstag in der Gouwekerk unter anderem auch für die „Petite Messe Solennelle“ von Gioachino Rossini, aufgeführt vom Collegium Sint-Jan unter der inspirierenden Leitung von Gerben Budding. An zwei besonderen historischen Flügeln aus dem 19. Jahrhundert spielten Mieke Verduijn, künstlerische Leiterin des Festivals, und der mit Begeisterung auftretende russische Spitzenpianist Slava Poprugin.
s mitreißendes ValentinstagskonzertIn derselben Gouwekerk fand am Freitag, dem 14. Februar, auch ein Dinnerkonzert zum Valentinstag statt. Das Publikum kam in den Genuss mitreißender Darbietungen des belgischen Klavierduos Elato, Illia Fialko und Sterre Hond. Allesamt junge, vielversprechende und talentierte Pianisten. Sterre Hond wusste die Herzen aller zu erobern, indem sie ihr Klavierspiel mit einer spektakulären Komposition aus Farbenspielen untermalte. Ganz im Stil des Abends. Am Tag zuvor gab der junge Pianist Jure Jurakic aus Gouda in der Agnietenkapel ein Mittagskonzert mit wunderschönen Werken von Alexander Skrjabin und Sergej Prokofjew.
Vielstimmiges Eröffnungskonzert„
“ Das Festival wurde am Mittwoch, dem 12. Februar, in der Agnietenkapelle vom Brioso Trio eröffnet. Nach einem beschwingten Stück von Haydn und einem wunderschönen, von historischem Drama durchdrungenen Werk (der Zweite Weltkrieg und der Verlust eines Freundes) von Dimitri Schostakowitsch schloss das Trio mit einem fröhlichen, optimistisch stimmenden Stück von Felix Mendelssohn-Bartholdy ab.
Eine Lektion in Musik
Auch was den pädagogischen Teil des Programms betrifft, blickt die Stiftung auf ein erfolgreiches Festival zurück. Unter anderem wurde das Grundschulprogramm, das in Zusammenarbeit mit der Brede School für die Schulen in Gouda auf die Beine gestellt wurde, sehr geschätzt. In diesem Teil nahm das Brioso Trio die Schüler mit auf eine musikalische Entdeckungsreise. Ziel war es, den Kindern beizubringen, die Klänge von Instrumenten zu erkennen, und ihnen zu vermitteln, dass Musikinstrumente alle möglichen Tiere und Menschen nachahmen und Emotionen ausdrücken können.
Peter und der Wolf
Am Samstagnachmittag kamen auch die Allerkleinsten auf ihre Kosten mit der berühmten musikalischen Erzählung von Peter und demWolf, dargeboten vom unnachahmlichen Tobias Wenting und dem bekannten Klavierduo Scholtes-Janssens. Die Aufführung lockte mehr als 300 Besucher in die Sint-Jan-Kirche. Nicht nur Eltern mit Kindern, sondern auch ältere Menschen ohne Kinder.
Open Podium„
“ Beim Open Podium, bei dem jeder vor einer fachkundigen Jury vorspielen durfte, bot sich die Gelegenheit, auf ganz andere Weise zu lernen. Dieser Programmpunkt wurde von Bürgermeister Pieter Verhoeve eröffnet, der in einem „Quatre-mains“ mit der künstlerischen Leiterin Mieke Verduijn virtuos spielte. Der Gewinner des Open Podium durfte noch am selben Abend im Vorprogramm von Enrico Pace auftreten.
Workshops„
“ Auch die Workshops stießen auf großes Interesse. Auch hier ging es um Wissensvermittlung und die Verbesserung des Spiels. In einem der Workshops – mit dem Thema „Zu Hause lief es besser“ – erhielten die Teilnehmer nützliche Tipps, wie sie ihre Lampenfieber überwinden konnten. In einem anderen Workshop erhielten die Teilnehmer Erläuterungen zur Geschichte des Klaviers. Unter anderem wurde den Teilnehmern die fortschreitende technische Entwicklung und die damit einhergehende Klangveränderung erklärt. Um dies zu veranschaulichen und hörbar zu machen, standen zwei historische Flügel und ein moderner Henk-Hupkes-Flügel bereit. Wer sich voll und ganz der Orgel widmen wollte, konnte in die Sint-Jan-Kirche gehen, wo eine ausgewählte Gruppe vom Organisten Gerben Budding eine Einführung in die Technik des Orgelspiels erhielt. Natürlich durfte jeder auch selbst spielen, um ein Gefühl dafür zu bekommen. Dass dabei vieles möglich ist, bewies eine der Teilnehmerinnen, die sich an einem Stück des Pianisten Einaudi versuchte.
Meisterkurs„
“ Wer sich weiterbilden wollte, konnte an einem der beiden Meisterkurse des renommierten Dozenten David Kuyken teilnehmen, der an den Konservatorien in Amsterdam und Den Haag unterrichtet. Diese Kurse standen allen offen. Auch durch Zuschauen und Zuhören lässt sich viel lernen.
Foto von Pim Torn