Sechs Jahrhunderte Geschichte aus der Sicht von Frauen aus der Sammlung des Museums Gouda. Über 30 Meilensteine, die die ständigen Höhen und Tiefen der Emanzipation markieren. Diese Geschichten, die oft in Vergessenheit geraten oder verborgen geblieben sind, werden in „Ongehoord – Verzamelde vrouwen“ erzählt.

Die Kuratorin Jorien Soepboer untersuchte im Jahr 2024 mehr als dreißig Frauen in der Sammlung des Museums Gouda. Von der mutigen Gräfin Jacoba von Bayern und der wegweisenden Schönschreiberin Maria Strick bis hin zur einflussreichen Künstlerin Charley Toorop, der Glasgraviererin Johanna Breebaart, die ihre Talente für die Emanzipationsbewegung des 19. Jahrhunderts einsetzte, und der zeitgenössischen Goudener Künstlerin Rkia Majourhate.

Lücken in einer Männerwelt
Von Hausfrauen bis hin zu Künstlerinnen – Frauen haben trotz der begrenzten Anerkennung zu ihrer Zeit stets eine unbestreitbare Rolle gespielt. Frauen in allen Schichten der Gesellschaft verfügten in der Frühen Neuzeit über beträchtliche Selbstständigkeit, hinterließen jedoch nur wenige greifbare Spuren. In den Archiven werden die meisten Frauen lediglich als Hausfrau, Ehefrau, Mutter oder Tochter eines Mannes bezeichnet. Wie positionierte sie sich in einer Welt, die oft von Männern dominiert wurde?

Frauenarbeit
Im Zuge der Französischen Revolution von 1789 und der Aufklärung gewannen Frauen vorübergehend an Freiraum, doch im 19. Jahrhundert folgte eine konservative Gegenbewegung. Frauen wurden ausdrücklich in den häuslichen Bereich verbannt. Diese Ungleichheit führte Ende des 19. Jahrhunderts zur ersten konkreten Emanzipationsbewegung, deren Ergebnis das Frauenwahlrecht war.

Emanzipationswellen
Zwischen den beiden Weltkriegen scheint eine neue Ära angebrochen zu sein. Frauen dringen in Politik, Wissenschaft, Musik und Literatur vor. Doch in den 1950er Jahren werden Frauen wieder massenhaft in das Idealbild der anmutigen Ehefrau am Herd gezwängt. Dies führt Ende der 1960er Jahre zu einer zweiten feministischen Welle. Josine de Bruyn Kops (1940 – 1987) spielt als Direktorin des Museums Gouda eine wichtige Rolle; sie ist die Erste, die eine feministische Politik verfolgt und Werke von Künstlerinnen ankauft.

Mit freundlicher Genehmigung von
Die Untersuchung zu den Frauen in der Sammlung des Museums Gouda wurde durch das Kuratorenstipendium des Cultuurfonds ermöglicht.

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Informationen

Museum Gouda
Haupteingang: Oosthaven 9, Gouda
museumgouda.nl
25. März bis 31. Dezember, täglich außer montags
Beginn: 11:00Uhr
Ende: 17:00Uhr